Oh Shit - nee?

Ja, ich schaue Unterschichtenfernsehen. Man könnte auch sagen ich trainiere meine Softskills. Mein Lieblingspromi der Woche ist Britney. Jahre lang von mir liebevoll Shitney genannt, da ich ihre Musik und ihr Jungfrauengetue, geschweigedenn von dem Frauchenimage, gelinde gesagt nervtötend fand.
Tja, seit zwei Wochen hat sie meine Sympathien.                                  Was war geschehen. Erst hat sie sich durch halb LA gesoffen und dann schließlich ihre Haare abrasiert. Ein Hilferuf? Vielleicht.

Ich habe vorhin versucht mir in Erinnerung zu rufen wie ihre letzten Jahre in der Öffentlichkeit ausgesehen haben. Tennismutter, Vorzeigejungfrau, Idol für viele. Man könnte es auch anders sagen. Sie musste immer gefallen. Seit ihrer Kindheit. Der eigene Charakter verschwand hinter dem Produkt. Ich frage mich, wer sich darüber wundert, dass sie endlich mal rebelliert. Zwar etwas spät und so könnte man ihr auch auf den ersten Blick eine spätpubertäre Phase vorwerfen. Ich find das zu einfach und Haare wachsen wieder.

Aber mit Promis ist das so eine Sache. Ich hab das Gefühl wir lieben und verehren sie und genau dafür hassen wir sie auch. Uns wird vielleicht eine Auswahl präsentiert, aber letzten endes ist es Lischen Müller die denn Star macht, denn sie kauft die CD und die Zeitungen.  Promis sind unsere Projektionsflächen. Sie leben offiziell das Leben, dass sich ein Ottonormalverbraucher nicht leisten kann. Sie tragen die Kleider und fahren die Autos, die für uns unbezahlbar sind. Sie müssen nicht zum Arbeitsamt und müssen sich nicht fragen, ob es morgen was zu essen gibt. Aber wehe sie brechen aus. Der Fan isr schnell beleidigt. Wie in unserem Fall. Nachdem Britney nicht mehr das nette Mädchen aus der Kleinstadt vorspielte, schloss der Betreiber der größten amerikanischen Fanpage beleidigt die Seite und verbrannte seine Poster. Idole haben eben keine Schwächen. Und wenn dann bereits dem blödesten Fan dämmert, dass das ach so tolle Leben, nicht halb so toll ist, spielt er gern Rachegott. Vielleicht ist das auch etwas sehr menschliches oder anders gesagt die Macht des kleinen Mannes.  Man sucht sich halt die nächste Projektionsfläche. Dem Star bleiben Entzugsklinik und Psychotherapeut. Und wenn er Glück hat sind unter den vielen Freunden ein paar wahre, die einen auch anrufen, wenn die letzte Fanpage geschlossen ist.

2.3.07 18:20
 


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