IM Beckstein

Bayern. München, eine Mail und ein Vorwurf.

Ist es nun oder ist es nicht - Denunziation? Mir kommt es bekannt vor, nur das diesmal nicht gleich staatlich überprüft wird, sondern der gemeine Mensch zum Gehilfen des Verfassungsschutz wird. Erinnern sie sich noch an die Rasterfahndung. Muslim, Bartträger, Elektrotechnikstudent und schon sitzt man in der Sch...

Wer definiert überhaupt auffällig? Herr Beckstein? Na, dann können sich ja alle Nicht - Protestanten warm anziehen.

Und wer will schon sagen, ob jemand der sich zurückzieht nun islamistischer Terrorist oder Scientologymitglied ist. Keine Frage, beides ist gefährlich, aber kann sich eine Demokratie leisten aufgrund subjektiver Einschätzungen von Tante Käthe jemanden vorzuverurteilen? Ich finde nicht. Und zeichnen sich Schläfer nicht dadurch aus, dass sie eben nicht auffällig sind. Der Aufruf von Herrn Beckstein hätte dazu führen können, dass jeder rachsüchtige seinen Feind eine reindrückt. Und wer garantiert schon, dass man nicht als Karteileiche unter T wie Terrorist die nächsten zehn Regierungen überlebt.

Vielleicht sollte man Bayern einfach die Freiheit schenken und es zur Demokratur erklären mit Beckstein als Guru. Dann kann der aufrechte Demokrat ja mal zeigen wie Sicherheit aussieht und Pech hat der ,der nach seinem Gusto anders ist. Mir fällt da noch eine Gruppe ein, die das Andere nicht duldet.

Ich glaube, wir haben keine Chance gegen den Terrorismus, wenn wir nicht die Ursachen, sondern immer nur die augenscheinlichen Symptome angehen. Selbstmordattentäter sind die naheliegenste Bedrohung, doch es sind die Ideologen, die dafür sorgen, dass es immerwieder Nachschub gibt.

16.3.07 16:11


Der ist doch schizophren!

Alles begann damit, dass ich bei einer Nachmittagssendung in der ARD hängenblieb. "Sturm der Liebe". Eine eher berechenbare Geschichte bis ein echter Aufreger kam. Ein Charakter "Helen" gerade aus der Psychartrie entlassen, in die sie kam , weil sie verzweifelt versuchte den Mann den sie liebt und ihre Erzrivalin auseinander zu bringen. Die Diagnose lautete Psychose auch besser unter dem Begriff Schizophrenie bekannt. Es ging aber weiter. Ihre Rivalin war inzwischen Schwanger. Helen entführte sie und sperrte sie im Keller einer Burg ein. Ihr Plan. Sie bekommt das Kind, welches sie für ihr eigenes hält und die Mutter wird umgebracht. Natürlich gab es ein Happyend.

Und was soll das Ganze jetzt?

Ich sah schon Hausfrauen mit zu viel Zeit ihrem Mann berichten wie gefährlich Schizophrene sind. Man höre das ja auch immer wieder in der Presse. Geisteskranke die Stimmen hören und darauf hin Leute abschlachten. Gespaltene Persönlichkeiten. Unberechenbar.

Man könnte ja der Presse jetzt daraus einen Strick drehen. Sicherlich gibt es Schizophrene die gegenüber anderen gewalttätig werden. Allerdings vergisst man dabei die Mehrheit der 800 000 Erkrankten in diesem Land die ein ganz anderes Leben leben.

Schizophrenie hat auch nicht per se mit einer verkorsten Kindheit zu tun. Sie ist vielmehr ein Organschaden. Genauer gesagt eine Stoffwechselerkrankung des Gehirns, deren Auswirkungen wie Stimmen hören für Außenstehende beängstigend ist. Übrigens auch für die Betroffenen selbst, denn meistens kommt man um die Psychiartrie nicht herum. Wer jetzt aber an Gummizellen und Stromschocks denkt, lebt in der Vergangenheit. Dank der Wissenschaft gebt es heute genug Medikamente die Schizophrenen ein fast normales Leben  ermöglichen. Doch das steht am Ende einer Reise die meistens Station bei Angst, Verzweiflung, Scham und Selbstmordgedanken macht. Wer jetz glaubt das könnte ihm nicht passieren sei gewarnt. Jeder ist  psychosefähig. Und stellen sie sich mal vor. Jemand liest ihre Gedanken , kennt die kleinen Geheimnisse, die wir nicht freiwillig preisgeben würden und sie müssen mit diesen Stimmen sogar auf die Toilette. Auf der einen Seite steht das Irreale und auf der anderen Seite das Reale, denn man hört es ja schließlich.

Schizophrene sind nicht gefährlicher als andere Menschen. Sie verdienen keine Stigmatisierung, sondern Verständnis. Und denkt dran, es kann theoretisch jeden treffen. 

11.3.07 12:21


Um ein Thema kommt man nicht herum. Es ist  Herr Klar und der Gnadengesuch. Von den Medien erst falsch informiert, dachte ich, na da wird er in seinem Grußwort an die Rosa-Luxemburg-Konferenz immernoch als Terrorist aufgetreten sein. Rein aus Interesse hab ich mir die Originalrede mal angeschaut.

Es ging vor allem um folgenden Satz: ... Niederlage der Pläne des Kapitals zu vollenden und die Tür für eine Zukunft aufzumachen.

Der Herr Beckstein sah wohl schon das Hofbräuhaus in die Luft fliegen oder warum lies sich der Herr Jurist dazu verleiten den Ex-RAF-Terroristen eben wieder als Terroristen  darzustellen. Denn wenn man den Satz richtig liest steht da nur, dass Nichtkapitalisten handeln sollen, damit das Kapital scheitert. Ist hier von den Mitteln die Rede? Nein! Und in unserem Land gilt immernoch in dubio pro reo.

Das ganze wirft aber noch eine viel interessantere Frage auf . Was ist mit der Meinungsfreiheit ( Art.5GG). Ist jetzt jeder kapitalismuskritische Mensch ein Staatsfeind, so wie es CSU,CDU und FDP gerne darstellen. Würde man heute Marx und Engels als Terroristen nach Bruchsal schicken? Die Konservativen spielen gern die Emotionskarte und kommen mit der Moral. Ich will hier nicht die Opfer und Hinterbliebenen diskreditieren. Was die RAF getan hat ist unverzeihbar und ich kann es menschlich nachvollziehen, wenn man wissen will was damals passiert ist und man die Täter niewieder aus dem Knast lassen will. Im Rechtssystem haben Emotionen aber nichts zu suchen. Klars Fall ist zwar eine politisierte Sache, im Strafrecht gilt aber immernoch der Resozialisierungsedanke. Gut man könnte sagen Resozialisierung setzt Sozialisierung voraus, aber dies ist Sache von Psychologen und nicht meine. Und Meinungsfreiheit gilt auch für Strafgefangene. Ich fürchte, dass einige Politiker sich malwieder auf Kosten der Opfer und auch Täter profilieren. Wie kann es sonst sein, dass sich promovierte Juristen wie Herr Beckstein den Fehler erlauben und nicht richtig unter den Tatbestand der Meinungsfreiheit subsumieren wie ein Jurastudent im 2. Semester. Man könnte auch sagen, dass die Konservativen die Grundrechte torpidieren, aber was ist schon terroristisch?!

 

4.3.07 17:32


Oh Shit - nee?

Ja, ich schaue Unterschichtenfernsehen. Man könnte auch sagen ich trainiere meine Softskills. Mein Lieblingspromi der Woche ist Britney. Jahre lang von mir liebevoll Shitney genannt, da ich ihre Musik und ihr Jungfrauengetue, geschweigedenn von dem Frauchenimage, gelinde gesagt nervtötend fand.
Tja, seit zwei Wochen hat sie meine Sympathien.                                  Was war geschehen. Erst hat sie sich durch halb LA gesoffen und dann schließlich ihre Haare abrasiert. Ein Hilferuf? Vielleicht.

Ich habe vorhin versucht mir in Erinnerung zu rufen wie ihre letzten Jahre in der Öffentlichkeit ausgesehen haben. Tennismutter, Vorzeigejungfrau, Idol für viele. Man könnte es auch anders sagen. Sie musste immer gefallen. Seit ihrer Kindheit. Der eigene Charakter verschwand hinter dem Produkt. Ich frage mich, wer sich darüber wundert, dass sie endlich mal rebelliert. Zwar etwas spät und so könnte man ihr auch auf den ersten Blick eine spätpubertäre Phase vorwerfen. Ich find das zu einfach und Haare wachsen wieder.

Aber mit Promis ist das so eine Sache. Ich hab das Gefühl wir lieben und verehren sie und genau dafür hassen wir sie auch. Uns wird vielleicht eine Auswahl präsentiert, aber letzten endes ist es Lischen Müller die denn Star macht, denn sie kauft die CD und die Zeitungen.  Promis sind unsere Projektionsflächen. Sie leben offiziell das Leben, dass sich ein Ottonormalverbraucher nicht leisten kann. Sie tragen die Kleider und fahren die Autos, die für uns unbezahlbar sind. Sie müssen nicht zum Arbeitsamt und müssen sich nicht fragen, ob es morgen was zu essen gibt. Aber wehe sie brechen aus. Der Fan isr schnell beleidigt. Wie in unserem Fall. Nachdem Britney nicht mehr das nette Mädchen aus der Kleinstadt vorspielte, schloss der Betreiber der größten amerikanischen Fanpage beleidigt die Seite und verbrannte seine Poster. Idole haben eben keine Schwächen. Und wenn dann bereits dem blödesten Fan dämmert, dass das ach so tolle Leben, nicht halb so toll ist, spielt er gern Rachegott. Vielleicht ist das auch etwas sehr menschliches oder anders gesagt die Macht des kleinen Mannes.  Man sucht sich halt die nächste Projektionsfläche. Dem Star bleiben Entzugsklinik und Psychotherapeut. Und wenn er Glück hat sind unter den vielen Freunden ein paar wahre, die einen auch anrufen, wenn die letzte Fanpage geschlossen ist.

2.3.07 18:20


Gratis bloggen bei
myblog.de